Männer 1 – Gegen Zweibrücken 29:29 (Halbzeit 12:18). Ein Spielergebnis erst nach dem Spiel.

Wieso denn das, mag sich mancher fragen, der nicht selber dabei war und unsere Überschrift liest! Aber es ist tatsächlich so, dass das Endergebnis erst nach der offiziellen Spielzeit festgestellt wurde. Nach dem offiziellen HVS-Protokoll genau eine Minute und eine Sekunde, nachdem die Uhr nach 60 Minuten abgelaufen war. Wie das kam, dazu unten mehr!

Nach unserem allerersten Tor im allerersten Angriff, zu dem Jan Böing seinen Bruder Lukas angespielt hatte (1:0), endeten unsere weiteren Versuche vorerst am Zweibrücker Kreis oder beim Zweibrücker Tormann. Etwa zehn Minuten lang schafften wir zwar einen kleinen Vorsprung oder ein Unentschieden; aber unser Spiel verlief holprig und nicht zielführend genug, auch etwas schwunglos, (wobei das aber nicht „langsam“ bedeutet). Den Schwung brachten die Gegner ins Spiel, als sie sich nach einem Unentschieden absetzten, nach mehrfach großräumiger Ballführung zielgenau ihre Tore erzielten und uns bis zur Halbzeit hinterher laufen ließen. Diese desolate Nordsaar-Phase setzte nach dem 4:4 ein und steigerte sich Stück für Stück zu unserem Missvergnügen. Als die Gäste gar kurz vor der Pause in drei unmittelbar nacheinander folgenden Tempogegenstößen das 12:16, 12:17 und 12:18 warfen (alle Zwischenergebnisse hier immer aus unserer Sicht), mag wohl mancher Nordsaar-Fan gedacht haben: „Lasst alle Hoffnung fahren!“. Nicht so jedoch unsere Spieler, die uns nach der Pause noch zum Staunen bringen sollten! Das Halbzeitergebnis lautete 13:19. Kurz vor dem Abpfiff hatte Joshua Wolf damit begonnen, den Sechs-Tore-Rückstand etwas zu reduzieren (13:18), was aber Zweibrücken durch einen nach dem Pfiff nachzuholenden Freiwurf quasi wieder rückgängig machte. Es blieb also für den Wiederbeginn bei sechs Toren Nordsaar-Differenz.

Die Halbzeit wurde zum Wendepunkt. Ähnlich dem Spielanfang leiteten die Brüder Böing wieder unsere Torfolge ein, 14:19 und 15:19. Jan Hippchen schaltete sich ein: 16:20. Lukas 17:21. Nur noch vier Zähler! Eine Unterzahl ließ uns wieder etwas zögerlicher werden. Basti Stoll griff aber den Faden wieder auf zum 18:21. Ich muss nun etwas springen; nicht alles lässt sich darstellen. Aber auf die Rolle Sven Guthörls muss ich noch hinweisen. Er steigerte sich mit dem Feld (und umgekehrt) und trug ganz wesentlich zu unserem Aufschwung bei.

Nach weiterem Auf und Ab warf Mchael Paschke den Ausgleich (22:22), Jan Böing bestätigte es mit 23:23 nach einem Zweibrücker Zwischentor und errang die Führung sofort darauf mit dem 24:23. Wer hätte das zur Halbzeit für möglich gehalten! Als die Schiedsrichter fast im gleichen Atemzug einen nach einhelliger Nordsaar-Meinung unberechtigten 7m gegen uns gaben, – wenn nicht unberechtigt, dann doch fragwürdig -, geriet die Halle zum Hexenkessel. Die Empörung über vergleichbare einseitige Entscheidungen schaffte sich Luft. Da mochte der Zweibrücker Thomas Zellner noch so viel und noch so oft lamentieren und diskutieren und den Schiedsrichtern auf die Pelle rücken. (Für echt zu nehmen oder nur für Taktik?)

Doch was soll`s! Michael brach erneut durch beim 25:24, ebenso drei Minuten vor Schluss Joshua zum 28:27. Als schließlich nach dem immer neuem Vor und Zurück Jan H. neun Sekunden vor dem regulären Spielende 29:28 erzielte, war der Sieg geschafft. Nein, stimmt nicht, es schien nur so. „Schien nur so?“ Tatsächlich, die Schiris hatten noch einen 7m gegen uns gepfiffen, was in dem Jubel, Trubel, der Unsicherheit, dem Durcheinander, dem Rückzug der beiden zur Beratung usw. zunächst unterging. Kaum jemand verstand zunächst, was vor sich ging. Es gab noch einen Platzverweis und zwei rote Karten, eine hier, eine dort, ehe der 7m von Zweibrücken ausgeführt wurde. Der Ball überwand unsere Mauer und landete in unserem Tor. Endgültiges Ende: 29:29.

Nach diesem Spiel- und Saisonende war Entspannung angesagt. Die wurde den Nordsaar-Fans durch die Einladung der Spieler geboten. Denn sie hatten über Facebook und andere Wege zu einem gemeinsamen Umtrunk mit Currywurst eingeladen. Sehr schmackhaft! Wie lange sich die Gespräche hinzogen und wie lange die Nacht dauerte, ist mir nicht bekannt. Bekannt aber soll sein, dass unsere Mannschaft mit einem knappen Kader Vierter in der Saarlandliga geworden ist, nachdem sie im Vorjahr – man kann sagen unverschuldet – zum ersten Mal auf einen unteren Platz gefallen war. (Unverschuldet, weil wohl kaum eine Mannschaft fünf bis sieben Ausfälle länger als zwei Monate ohne Schaden verkraften kann.) Bis demnächst, liebe Leserinnen und Leser! ich melde mich noch einmal mit einer Zusammenfassung. Habe es jedenfalls vor.

Unsere Tore gegen Zweibrücken: Jan Böing 7, Lukas Böing 6 (2), Jan Hippchen 5, Basti Stoll 4, Joshua Wolf und Michael Paschke je 3, Tobias Hans 1.