Männer 1 – Kampf, Sieg, Punkte. Und Spannung pur. – 28:27 (12:14) gegen St. Ingbert

Samstag, 23.02.2019 – Vom ersten Augenblick an war im Heimspiel gegen St. Ingbert richtig was los. Die ersten drei Nordsaartore sausten aus den Händen von Manuel Schmitt ins St. Ingberter Tor, jeweils toll angespielt von Lukas Böing und Michael Paschke, teilweise sogar in Kempa-Manier. Das sah gut aus, sowas gefällt den Zuschauern. Weniger gefiel uns, dass unser Vorwärtsdrang Schlag auf Schlag von den Saarpfälzern gekontert wurde. Ehe wir uns versahen, stand das Spiel 4:4; es waren erst elf Minuten gespielt. Mit solchem Hin und Her ging es in der ersten Viertelstunde weiter bis zum ersten 7m-Nordsaar-Tor durch Lukas in der fünfzehnten Minute (8:7). Das konnte ja noch heiter werden. Würden wir dieses Wechselspiel auch eine Stunde lang durchhalten?

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Zweite Viertelstunde, unsere schwächste Phase

Die zweite Viertelstunde der ersten Halbzeit brachte zunächst mal viel Ernüchterung. St. Ingbert errang die Führung und gab sie vorerst nicht mehr her. „Vorerst“ heißt hier: bis zum Halbzeitpfiff. Dafür genügten einige Fehlwürfe und Fehlabgaben unserer Recken. Hinzu kam, dass der Gegner trotz schneller Ballführung geduldig bis zu Torgelegenheiten spielte, überhaupt konsequenter in der Ballführung war, weniger als wir auf plötzliche Einzelaktionen setzte, dafür aber eine höhere Effizienz erreichte. Wäre es so weiter gegangen, hätten wir das Spiel schon frühzeitig verloren; denn zur Halbzeit stand es für uns 12:15.

Nach der Halbzeit: Nordsaar dreht auf

Aus der Pause kehrte unser Team wie verwandelt zurück. Hier die sofort beginnende Aufholjagd in geraffter Form: Michael verkürzt unmittelbar nach dem Anpfiff auf 13:15, Jan Böing auf 14:15, Jan Hippchen schafft den Ausgleich 15:15, Michael erhöht mit einem Doppelschlag auf 16:15 und 17:15! Fünf Nordsaar-Tore in direkter Folge! Gebraucht haben wir dafür siebeneinhalb Minuten, also (durchschnittlich) pro eineinhalb Minuten ein Treffer. Die Karten waren neu gemischt, die Stimmung schug um. Erst recht, als weitere sehr schön anzusehende Tore folgten und wir in der fünzigsten Minute 26:22 führten.

Wenn ich hier von „schön anzusehenden Toren“ spreche, so gleich ein paar Beispiele dafür:

– Jan Böings immer neue Kampf- und Kraftakte mit Durchbrüchen durch die Abwehr

– Jan Hippchens elegante Drehwürfe mit seiner rechten Zauberhand oder seine fixen Tempogegenstöße, das Feld hinter sich lassend, Mischungen aus Schnelligkeit und Präzision

– Michael Paschkes stürmische Vorstöße unter Missachtung von Abwehrreihe oder Abwehrmauer

– last not least das Zusammenspiel von Lukas Böing und Manuel Schmitt, von auußen an den Kreis, Spezialität: Kempa-Trick

Man könnte noch mehr aufzählen. Die Beispiele müssen leider genügen.

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Neue Gefahren: Plötzlich und unerwartet

Auch in der schwungvollen Phase, die ich soeben schilderte, hatten sich die St. Ingberter allerdings nicht nachhaltig abschütteln lassen. Und tatsächlich, sie kamen heran! Als sie urplötzlich auf zwei Zähler aufholten, geriet unser Angriff ins Flattern. Drei Fehlversuche in kürzester Zeit genügten, um alles nochmal in Frage zu stellen. Unser kurzzeitig hoch nervöses Spiel erlaubte den Saarpfälzern den Ausgleich drei Minuten vor Schluss (26:26). Jan, der Kämpfer aus Oberthal, wirft 27:26. Aber den Saarpfälzern wird ein Strafwurf zugesprochen. Die Halle konzentriert sich auf den Torschützen und auf Sven Guthörl im Nordsaartor, und der hält den Ball! (Sven hatte schon nach der Halbzeit um zwei Gänge höher geschaltet und uns seitdem zusammen mit dem Feld nach vorne gebracht). Die Hallenuhr zeigte jetzt noch eine Minute 38 Sekunden und nach wie vor 26:26 an. Machen wir`s nun kurz: Jans Bruder Lukas setzt das 28. Tor, das Siegestor, ins gegnerische Netz, 28:26! St. Ingbert kann durch einen Strafwurf ein letztes Mal verkürzen, das Ergebnis aber nicht mehr drehen. Zum Ende also 28:27 für Nordsaar! Nach 60 Minuten Kampf, nach 45 Minuten Führung, nach Nervenzerrungen – und auch nach ein bisschen Glück!

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Eine kurze Ergänzung, obwohl der Bericht schon viel zu lang ist

Die etwas mauen Ergebnisse der letzten Wochen sind nun vergessen. Wir bleiben auf dem vierten Platz. Der Abstand zu St. Ingbert, dem Fünften, ist größer geworden. Das Spiel gestern hat die Zuschauer wie die Mannschaft begeistert.Wir sollten die Leistung auch vor dem Hintergrund würdigen, dass wir zurzeit mit zwei schwerwiegenden Ausfällen antreten müssen. Einmal, wie ihr alle wisst, mit dem Ausfall des Spielführers Daniel Mörsdorf (Mö) schon seit Oktober und für das ganze Spieljahr. Und zurzeit mit dem Ausfall von Basti Stoll, dem bewährten Rückraumspieler und Torschützen, der vor zwei Wochen mit dem Fuß umgeknickt ist. Danke, dass ihr die Kameraden bei jedem Spiel von der Bank aus unterstützt! Weiterhin gute Besserung! Wenn bei Basti alles glatt verläuft, kann er eventuell am Samstag, dem 9. März, in Brotdorf wieder auflaufen. Doch bitte, Basti, die Gesundheit geht vor!

Bedanken wollen wir uns auch bei den Helfern aus der 2. Mannschaft, die den knappen Kader wechselnd unterstützen und immer wieder auffüllen, von denen gestern Abend gleich fünf dabei waren, die zum Teil auch eingesetzt wurden.

Unsere Tore gegen St. Ingbert laut dem HVS-Ptotokoll: Jan Böing 8, Lukas Böing 5 (3), Jan Hippchen 4, Manuel Schmitt 4, Michael Paschke 3, Torsten Zimmer 2 (1), Jonas Hubertus und Christian Nick je 1